Wer sich genauer mit Statistiken von Behandlungen bei unerfülltem Kinderwunsch beschäftigen möchte, kann sich den Jahresbericht des Deutschen IVF-Registers ansehen oder aus dem Internet herunterladen. Das Deutsche IVF-Register (DIR) ist eine Maßnahme der Qualitätssicherung, die seit 1982 Daten aus dem Bereich der humanen Reproduktionsmedizin in Deutschland erhebt. Die Medizinerinnen und Mediziner übermitteln in einer Art Selbstkontrolle die Daten in anonymisierter Form an das Deutsche IVF-Register. Dieses erstellt jedes Jahr eine Übersicht über die durchgeführten Behandlungen und Behandlungserfolge. Diese Übersicht gibt zum Beispiel Auskunft über die Schwangerschaftsraten und die Geburten, aber auch über Komplikationen und Fehlgeburten im Zusammenhang mit künstlicher Befruchtung. Anhand der Statistik können die Mediziner ihre Ergebnisse mit anderen vergleichen und die eigene Arbeit überprüfen. Den Internetseiten des Deutschen IVF-Registers können Paare mit Kinderwunsch auch die Adressen von reproduktionsmedizinischen Zentren, Kliniken und Praxen entnehmen. In diese Listen werden ausschließlich Einrichtungen aufgenommen, die an der Qualitätssicherung teilnehmen.
weitere Informationen zum Thema
- Deutsches IVF-Register
Das Deutsche IVF-Register erhebt zum Zweck der Qualitätssicherung seit 1992 Daten aus dem Bereich der Reproduktionsmedizin. Neben fachlichen Informationen bietet die Seite unter der Rubrik "Zentren" eine umfangreiche Liste von Kliniken und Praxen in Deutschland, die im Bereich der Reproduktionsmedizin tätig sind. Weiterführende Links verweisen auf die jeweiligen Informationsangebote der Einrichtungen im Internet. (Recherchedatum: 25.02.2006)
- Richtlinien des gemeinsamen Bundesausschusses über ärztliche Maßnahmen zur künstlichen Befruchtung
Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) ist ein Gremium der gemeinsamen Selbstverwaltung von Ärztinnen und Ärzten, Krankenkassen und Krankenhäusern. Seine Aufgabe ist es zu konkretisieren, welche ambulanten oder stationären medizinischen Leistungen ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich sind und somit zum Leistungskatalog der Gesetzlichen Krankenversicherung gehören. Auf dieser Seite können die Richtlinien des Ausschusses über ärztliche Maßnahmen zur künstlichen Befruchtung als PDF-Dokument heruntergeladen werden. (Recherchedatum: 11.04.2007)
Häufig gestellte Fragen
Wie kann ich herausfinden, welche Behandlungsmethode für mich/uns die richtige ist?
Welche Behandlungsmethode individuell am besten geeinget ist, hängt zum einen von der Ursache der Fruchtbarkeitsstörung ab, zum anderen aber auch von der Frage, in welchem Umfang das Paar bereit ist, zeitliche, gesundheitliche und psychische Belastungen im Zusammenhang mit einer Sterilitätsbehandlung in Kauf zu nehmen. Welche Behandlungsverfahren überhaupt in Frage kommen, kann also erst nach einer eingehenden Diagnostik entschieden werden. Wird dann eine bestimmte Methode vorgeschlagen, ist es empfehlenswert, sich bei der Ärztin oder dem Arzt genau über die Art und Weise des Vorgehens, über die Behandlungsdauer, die Erfolgschancen und etwaige Risiken zu informieren. Nur so ist es möglich, mit der Behandlung verbundene Belastungen im Voraus einzuschätzen. Auch eine kurzzeitige psychologische Beratung kann bei der Entscheidungsfindung helfen und das Paar seelisch unterstützen. Die im Kanal Beratung aufgelisteten anerkannten Schwangerschaftsberatungsstellen beraten auch zum Thema "Unerfüllter Kinderwunsch". Sie bieten auch psychologische Begleitung bei einer Sterilitätsbehandlung und können bei der Suche nach einer geeigneten Praxis oder Klinik behilflich sein.
Gibt es eine Altersgrenze für die Durchführung einer In-Vitro-Fertilisation?
Die gesetzlichen Krankenkassen machen die anteilige Kostenübernahme für eine IVF-Behandlung neben anderen Voraussetzungen auch vom Alter des Paares abhängig. Die Frau und der Mann dürfen frühestens im Alter von jeweils 25 Jahren mit einer IVF-Behandlung beginnen. Das Höchstalter der Frau ist auf 40 Jahre, das Höchstalter des Mannes auf 50 Jahre begrenzt.
Es gibt jedoch viele Frauen und Paare, die jenseits dieser Altersgrenzen eine Fruchtbarkeitsbehandlung wünschen und diese privat zahlen. Für eine aussichtsreiche Behandlung ist es vor allem wichtig, dass die Eierstöcke der Frau auf eine Hormonbehandlung mit der Bildung von befruchtungsfähigen Eizellen reagieren.
Der biologische Alterungsprozess ist von Frau zu Frau verschieden, so dass sich eine genaue Altersgrenze nicht festlegen lässt. Ältere Frauen müssen sich jedoch mehr als jüngere Frauen mit Fruchtbarkeitsproblemen darauf einstellen, dass sie trotz einer Behandlung möglicherweise nicht mehr schwanger werden können. Auch die Rate an Fehlgeburten nimmt mit dem Alter zu.
Warum wurde bei der In-Vitro-Fertilisation die Rückgabe von Embryonen in die Gebärmutter begrenzt?
In Deutschland dürfen Medizinerinnen und Mediziner höchstens drei Embryonen pro Behandlung in den Körper der Frau einsetzen. Da in der Regel ab einem Alter der Frau von 35 Jahren mit jedem Embryo eine Schwangerschaft wahrscheinlicher wird, wünschen sich manche Paare den Transfer möglichst vieler Embryonen. Andererseits erhöht sich dadurch auch das Risiko für eine Mehrlingsschwangerschaft, insbesondere bei jüngeren Frauen. Schon bei Drillingen gibt es wesentlich mehr Komplikationen und Risiken als bei Einlingen und Zwillingen. In manchen reproduktionsmedizinischen Zentren werden deshalb nur zwei Embryonen übertragen, insbesondere, wenn die Frau jünger als 38 Jahre ist.
Wie zuverlässig ist die Behandlung durch In-Vitro-Fertilisation?
In-Vitro-Fertilisation (IVF) und Intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI) sind seit Jahren erprobte Methoden, aber sie sind sehr komplex und damit störungsanfällig. Es kommt öfters vor, dass einzelne Schritte nicht gelingen. Zum Beispiel entwickeln sich nicht immer befruchtungsfähige Eizellen. Oder es findet keine Befruchtung statt. Oder es nistet sich nach der Übertragung kein Embryo in der Gebärmutter ein. Die Ursachen dafür sind sehr unterschiedlich und lassen sich nicht immer genau feststellen.
Kann das Kind durch ICSI eine Fehlbildung bekommen?
Fehlbildungen kommen sowohl bei Kindern vor, die auf natürlichem Weg gezeugt werden, als auch bei Kindern nach künstlicher Befruchtung. Es gibt Hinweise, dass das Sterilitätsproblem des Paares eventuell im Zusammenhang mit der ICSI-Behandlung zu vermehrten Auffälligkeiten der Kinder führt. Nach dem derzeitigen Forschungsstand kann man dazu keine eindeutige Aussage machen. Â

