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1. bis 8. Woche: Das Kind kündigt sich an

Schwanger? Unterschiedliche Anzeichen können auf eine Schwangerschaft hinweisen. Die ersten Schwangerschaftswochen bringen viele körperliche Veränderungen mit sich. Auch der Gefühlshaushalt kann durcheinander geraten – Körper und Seele kommen in „andere Umstände“.


Das erste Anzeichen für eine Schwangerschaft ist meist, dass die Monatsblutung ausbleibt. Manche Frauen haben schon sehr früh Spannungsgefühle in der Brust, spüren ein Ziehen im Unterleib oder fühlen sich aufgebläht. Auch Übelkeit, Erbrechen und Schwindel können auf eine Schwangerschaft hinweisen. Der veränderte Hormonhaushalt macht viele Schwangere müde und kann Stimmungsschwankungen auslösen.

Für sich genommen könnte jedes dieser Symptome auch andere Ursachen haben. Treten sie zusammen auf, ist eine Schwangerschaft jedoch sehr wahrscheinlich.

Schwangerschaftstest

Schnelle Gewissheit verschafft ein Schwangerschaftstest, der rezeptfrei in Drogerien oder Apotheken erhältlich ist. Frauenärztinnen und -ärzte stellen die Schwangerschaft durch eine Urin- oder Blutuntersuchung fest. Im Blut ist das Schwangerschaftshormon ß-HCG (humanes Chorion-Gonadotropin) bereits zehn Tage nach der Befruchtung feststellbar. Im Urin lässt es sich nach weiteren vier Tagen nachweisen.

Eine Schwangerschaft kann daher schon am ersten Tag nach Ausbleiben der Menstruation mit 99-prozentiger Sicherheit nachgewiesen werden. Das befruchtete Ei hat sich zu diesem Zeitpunkt bereits in der Gebärmutter eingenistet.

Besuch bei der Frauenärztin, beim Frauenarzt oder der Hebamme

Bleibt die Menstruation aus und mehren sich die Anzeichen für eine Schwangerschaft, ist eine Untersuchung durch eine Fachkraft ratsam. Die Feststellung der Schwangerschaft und anschließende Untersuchungen können sowohl von Hebammen als auch von Ärztinnen und Ärzten durchgeführt und im Mutterpass eingetragen werden. Wird festgestellt, dass die Frau tatsächlich schwanger ist, findet die erste Vorsorgeuntersuchung etwa zwei Wochen später statt. Dabei wird der allgemeine Gesundheitszustand der werdenden Mutter überprüft und der voraussichtliche Geburtstermin errechnet.

Alle Untersuchungsergebnisse werden im Mutterpass festgehalten. Der Mutterpass ist ein wichtiges Dokument, das eine Schwangere immer bei sich tragen sollte. In einem Notfall gibt er Ärztinnen, Ärzten und Hebammen schnell Auskünfte, die für Mutter und Kind lebenswichtig sein können.

Körperliche Veränderungen

Neben den beschriebenen frühen Anzeichen für eine Schwangerschaft treten weitere körperliche Veränderungen auf. So werden die Gebärmutter und der Gebärmutterhals weicher, die wachsende Gebärmutter drückt auf die Blase. Die Blutzufuhr zur Scheide erhöht sich, dadurch erscheinen die Schamlippen etwas dunkler. Die Brüste werden größer und sehr empfindlich. Oft färbt sich auch der Warzenvorhof dunkler und entwickelt einen weicheren, gerunzelten Bereich.

Der gesamte mütterliche Organismus passt sich in kurzer Zeit den Anforderungen der Schwangerschaft an. Er sorgt dafür, dass sich das Ei in die Gebärmutter einnisten kann. Das mütterliche Blut stellt alle Nährstoffe für die Bildung des Mutterkuchens (Plazenta) und den rasch wachsenden Embryo bereit.

Um diese Aufgaben gut zu meistern, erhöht sich der Stoffwechsel der Frau um etwa 20 Prozent, ihr Blutplasma (Blutflüssigkeit) nimmt um 30 bis 40 Prozent zu. Bei einigen Frauen hat das sichtbare Auswirkungen, zum Beispiel können sich die Blutgefäße unter der Haut deutlicher abzeichnen.

Veränderte Bedürfnisse des Körpers

Die Schwangerschaft steigert den Bedarf des Körpers an Vitaminen, Eisen, Jod, Magnesium, Kalzium und vor allem Folsäure. Folsäure ist wichtig für alle Zellteilungs- und Wachstumsprozesse. Ein Folsäuremangel kann unter anderem zu Blutarmut, Verdauungsbeschwerden und Schleimhautveränderungen führen. Beim Ungeborenen kann er die Entwicklung des zentralen Nervensystems, des Gehirns und des Rückenmarks stören (Neuralrohrdefekt).

Vor allem in der Frühschwangerschaft wird deshalb eine folsäurereiche Ernährung (Gemüse, Früchte und Vollkornprodukte) empfohlen. In Absprache mit der Ärztin oder dem Arzt ist die zusätzliche Einnahme von täglich 0,4 mg Folsäure bis zur zwölften Schwangerschaftswoche (Folsäureprophylaxe) ratsam. Fachgesellschaften empfehlen, Folsäuretabletten am besten schon vor der Empfängnis, spätestens aber sofort nach Bekanntwerden der Schwangerschaft täglich einzunehmen.

Publikationen zum Thema

Nilsson, Lennart; Hamberger, Lars
2009 | Preis: 22€
Stoppard, Miriam
Stuttgart 2006, Überarb. N.-A | Preis: 25,00 €
Jahn-Zöhrens, Ursula
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Köln 2011 | Preis: kostenlos
Köln 2010 | Preis: kostenlos
Anette Engelmeyer und Dr. Wolfgang Straff, Umweltbundesamt
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Holzgreve, Brigitte
München 2009 | Preis: 12,90 €

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Häufig gestellte Fragen

Ich bin in der achten Woche schwanger und habe leichte Blutungen. Besteht Gefahr für mein Kind?

Leichte Blutungen sind in der Frühschwangerschaft nicht selten. Oft sind sie ein Zeichen dafür, dass sich der Körper noch nicht vollständig auf die Schwangerschaft umgestellt hat. Auch kleine Verletzungen am gut durchbluteten Muttermund – zum Beispiel durch Geschlechtsverkehr oder gynäkologische Untersuchungen – können sogenannte Schmierblutungen auslösen. Sie sind in der Regel harmlos.

Stärkere Blutungen – vor allem, wenn sie mit Schmerzen verbunden sind – können aber auch ein Hinweis auf eine drohende Fehlgeburt oder eine Eileiterschwangerschaft sein. Deshalb sollten Blutungen in der Schwangerschaft immer ärztlich abgeklärt werden.

Bevor ich wusste, dass ich schwanger bin, habe ich auf einem Fest Alkohol getrunken. Kann das dem Kind schaden?

In den ersten Wochen wächst der Embryo besonders schnell und reagiert auf Schadstoffe sehr empfindlich. Viele Substanzen, die eine Schwangere zu sich nimmt, kommen über die Plazenta innerhalb einer Stunde bei ihm an. Das gilt auch für Alkohol, Nikotin, Koffein oder Medikamentenwirkstoffe. In den ersten zwei Wochen nach der Befruchtung gilt das sogenannte „Alles-oder-nichts-Prinzip“: Der Embryo entwickelt sich normal – oder gar nicht. Werden seine Zellen zum Beispiel durch Alkohol stark geschädigt, kommt es zu einer (meist unbemerkten) Fehlgeburt. Bleiben sie intakt oder können durch andere Zellen ersetzt werden, bleibt die Schwangerschaft bestehen.

Grundsätzlich soll während der Schwangerschaft ganz auf Alkohol verzichtet werden, da auch kleine Mengen dem Embryo schaden können. Wenn eine werdende Mutter Alkohol trinkt, haben sie und ihr Kind stets den gleichen Alkoholspiegel – der kindliche Organismus kann den Alkohol aber nicht so leicht wieder abbauen. Starker Alkoholkonsum kann zu schweren Fehlbildungen des Kindes führen.



Aus beruflichen Gründen sitze ich täglich acht Stunden am Computer. Sind die Strahlungen gefährlich für mein Kind?

Computerbildschirme – wie übrigens auch Fernsehgeräte – geben Röntgen- und Gammastrahlen ab. Das ist inzwischen bekannt, und viele Menschen machen sich deswegen Sorgen. Weniger bekannt ist jedoch, dass derartige Strahlung auch überall in der Natur vorkommt. Tatsächlich beträgt die Strahlenbelastung, die von einem Röhrenmonitor ausgeht, gerade einmal ein Zehntel dessen, was der Mensch selbst an Strahlung an seine Umwelt abgibt. Eine Gefährdung des Kindes im Mutterleib durch die Strahlenbelastung am Bildschirm kann also zumindest bei modernen Bildschirmgeräten ausgeschlossen werden.

Was ist eine Gelbkörperschwäche und welche Folgen kann sie haben?

Der Gelbkörper besteht aus der Eihülle der gesprungenen Eizelle und produziert das Hormon Progesteron. Dieses „Gelbkörperhormon“ hat die Aufgabe, die Gebärmutterschleimhaut aufzubauen, sie auf die Einnistung der Eizelle vorzubereiten und während der Schwangerschaft zu erhalten. Nach etwa der zehnten Schwangerschaftswoche übernimmt die Plazenta die Produktion von Progesteron.

Bei einer sogenannten Gelbkörperschwäche (medizinische Bezeichnung: Corpus-luteum-Insuffizienz) produziert der Gelbkörper zu wenig Progesteron. In der Folge baut sich die Gebärmutterschleimhaut nur unzureichend auf, und die befruchtete Eizelle kann sich nicht einnisten.

Es gibt verschiedene pflanzliche Präparate, homöopathische Mittel und synthetische Hormone, die zur Behandlung einer Gelbkörperschwäche eingesetzt werden. Welche Maßnahmen oder Medikamente geeignet sind, kann nur die Ärztin oder der Arzt entscheiden.

Stimmt es, dass sich die meisten befruchteten Eizellen nicht weiterentwickeln?

In den ersten Schwangerschaftswochen entwickelt sich der Embryo sehr rasch. Dabei kommt es häufig zu Fehlentwicklungen oder schwereren Defekten. Ist der Embryo nicht lebensfähig, wird er vom Körper der Frau wieder abgestoßen. Meist geschieht dies, noch bevor die Frau erste Anzeichen einer Schwangerschaft überhaupt bemerkt. Solche frühen Fehlgeburten gehen in der Regel mit Blutungen einher und werden deshalb meist als verspätete Monatsblutung gedeutet.

Auch dass sich ein Ei im Frühstadium nicht weiterentwickelt, ist keine Seltenheit. Allgemein wird davon ausgegangen, dass mehr als die Hälfte aller befruchteten Eizellen bis zur siebten Schwangerschaftswoche absterben.

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