Sterilisation
Die Sterilisation der Frau
Nach einem Eisprung wandert die Eizelle von den Eierstöcken über den Eileiter zur Gebärmutter. Dieser Weg wird bei der Sterilisation der Frau unterbrochen, so dass Eizelle und Spermien nicht mehr zusammen kommen können. Das macht eine Befruchtung unmöglich.
 
   

Der Eingriff

Die am häufigsten angewandte Methode wird mittels einer Bauchspiegelung (Laparaskopie) durchgeführt. Dabei operiert die Chirurgin beziehungsweise der Chirurg mit speziellen Instrumenten und einer Kamera, die über kleine Schnitte in den Bauchraum eingebracht werden. Ein großer Bauchschnitt ist also nicht erforderlich.
 
Die Eileiter werden sodann entweder durch Hitze verschmolzen oder mit einem Kunststoff-Titan-Clip verschlossen. Beide Verfahren sind gleich zuverlässig. Es gibt jedoch Hinweise, dass bei der Clip-Technik die Erfolgschancen einer möglichen Refertilisierung größer sind.

Der Eingriff findet meist stationär unter Vollnarkose statt. Komplikationen wie Blutungen, Verletzungen innerer Organe oder Entzündungen können wie bei jeder Operation im Bauchraum vorkommen, sind aber insgesamt selten.

 

Nach dem Eingriff

Eine Sterilisation beeinträchtigt in der Regel weder die Hormonproduktion noch das Lustempfinden. Der Menstruationszyklus bleibt ebenfalls unbeeinflusst. Nach dem Eingriff sollte sich die Frau eine Weile schonen. Wann sie wieder Geschlechtsverkehr haben kann, hängt in erster Linie von ihrem persönlichen Befinden ab.

Durch eine mikrochirurgische Operation ist es später im Prinzip möglich, die Fruchtbarkeit wieder herzustellen (Refertilisierung). Dabei werden die getrennten Eileiterenden wieder miteinander verbunden. Das Alter der Frau und der zeitliche Abstand zur Sterilisation spielen für den Erfolg eine wichtige Rolle. In einer Untersuchung aus dem Jahre 2004 wurden drei Viertel der refertilisierten Patientinnen wieder schwanger.

 

Die Kosten

Die Kosten der Sterilisation einschließlich der Narkose liegen je nach Methode zwischen 600 und 1.000 Euro. Unter eng begrenzten Voraussetzungen übernimmt die gesetzliche Krankenkasse die Kosten. Dies ist etwa dann der Fall, wenn aus medizinischer Sicht oder aufgrund psychischer Probleme von einer Schwangerschaft dringend abzuraten ist und die Frau die Pille oder Spirale nicht verträgt.


 

Häufig gestellte Fragen

Ich bin 43 Jahre alt und habe mich vor zwei Jahren sterilisieren lassen. Seither habe ich meine Periode nur noch sehr unregelmäßig, manchmal monatelang gar nicht. Besteht hier ein Zusammenhang mit der Sterilisation?

Es ist möglich, dass eine Frau infolge der Sterilisation vorzeitig in die Wechseljahre kommt. Normalerweise hat die Sterilisation keine Auswirkungen auf den Hormonhaushalt und den Menstruationszyklus. Das Ei wird im Eileiter vom Gewebe aufgenommen und löst sich dort auf. Wurde der Eingriff unsachgemäß durchgeführt, kann jedoch die Bauchfellfalte beschädigt werden, die sich beiderseits von der Gebärmutter zur seitlichen Beckenwand erstreckt. Sie enthält die Blutgefäße, die Gebärmutter, Eileiter und Eierstöcke versorgen. Werden diese Blutgefäße beidseitig verletzt, werden die Eierstöcke nicht mehr genügend mit Blut versorgt. Dadurch werden sie in ihrer Funktionsfähigkeit beeinträchtigt, und es kann zu einem vorzeitigen Beginn der Wechseljahre kommen.

 
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